Geschichte

Gründungsjahr 1993

..............Geschichte der Figur


Reiselfingen ist ein Ortsteil von Löffingen und hat ca. 600 Einwohner. Am Rande des Schwarzwaldes gelegen, mit einem direkten Eingang in die

Wutachschlucht, schon in der Baar, liegt Reiselfingenin durchschnittlich auf 800 Meter Meereshöhe.

Bei uns im Ort wurde schon immer Fasnacht gefeiert, nur nicht organisiert. Die örtlichen Vereine und der damalige Gemeinderat hatten den

"Schmotzige Dunschdig"mit Hanselelauf und Hemdglunker schon immer gepflegt. Der Fussballclub gestaltet alljährlich seit dem Bestehen einen speziellen "Bunten Abend".

Am Aschermittwoch 1992 hatte Michael Frei, die Idee, eine Narrenzunft zu gründen. Nach Rücksprache mit dem damaligen Ortsvorsteher Emil Frei,der sofort Feuer und Flamme war, wurden sofort die ersten Vorstellungen aufgezeichnet. Man bildete eine Interessengemeinschaft, bestehend aus vier Personen. Dieses waren: Michael Frei, Emil Frei, Andrea Lauble und Reinhard Teuber. Am 17.März.1993 fand eine Interessenversammlung statt.

Von den erschienenen 67 Anwesenden, fand die Idee bei 28 Zuspruch. Bei der Gründungsversammlung am 25 April 1993, waren es bereits 51 aktive und 142 passive Mitglieder. Die neue Zunft setzte sich das Ziel, die Fasnet im Ort zu erhalten und zu bereichern. Die bereits bestehende Hanselegruppe wurde mitintegriert.

In der Figur des Gori wird zum einen der Reichtum der Gemeinde, durch aufgenähte Münzen mit dem Aufdruck "Gori Taler " am Oberteil und die Legende des Schimmelreiters auf die Hose mit je einem Druck eines Schimmels und eines Bauern dargestellt. Die Sage vom sich aufbäumdenden Schimmel geht weit zurück bis in den dreißigjährigen Krieg. Damals wurde Reiselfingen des öfteren von plünderneden Soldaten heimgesucht. Vor Angst umgebracht zu werden, flüchteten die Einwohner ins Münzloch oberhalb der Wutachschlucht, um sich dort vor den Soldaten zu verstecken. Ein mutiger junger Mann wurde auserkoren und hatte die Aufgabe, mit seinem Schimmel ins Dorf zu reiten, um nachzusehen, ob die Soldaten abgezogen waren.

Doch eines Tages kam der Schimmelreiter nicht mehr zurück. Während der Flucht vor den Soldaten, soll der Reiter mit seinem Schimmel im damaligen Eckwaldsee ertrunken, bzw. von diesem verschluckt worden sein.  Fortan geisterte die Seele des Reiters viele Jahre durchs Dorf, bis sie nach dem Erstellen von zwei Kreuzen endlich befreit wurde.

Das Oberteil des Häs mit den Münzen, soll den Hauptanteil der Figur darstellen. Daher auch der Name "GORI". Seit je her, wurden die Reiselfinger "Gori" genannt. Das Wort Gori ist alemannisch und bedeutet im heutigen Sprachgebrauch übersetzt Geld. Reiselfingen hatte das Glück einen sehr fruchtbaren Boden zu haben. Auch die Lage der Ortes ist sehr günstig, da die Handelsstraße von Zürich in der Schweiz über Stühlingen, direkt durch den Ort nach Löffingen führte. Die Händler, die nach Löffingen, einst Kornkammer der Baar, nach Donaueschingen oder nach Freiburg wollten, mussten durch Reiselfingen. Der sehr beschwerliche Weg von der Dietfurt nach Reiselfingen, verlangte den Ochsen und Pferdegespannen alles ab.

So war man gezwungen, in Reiselfingen Rast zu machen. Dieses haben sich die Reiselfinger schnell zu Nutzen gemacht, und es wurden direkt am Ortseingang und Ausgang der Dietfurt drei Wirtschaften erbaut. Diese positiven Umstände brachte Reiselfingen sehr früh zu großem Wohlstand, so dass die Mägde und Knechte von den Bauern mit "Gori" entlohnt wurden, was zu dieser Zeit nicht überall üblich war.

Der erste Vorschlag zu Gestaltung  des Gori Häs wurde von den Gründungsmitgliedern entworfen. Das Häs besteht aus weinrotem Jeansstoff, und wurde von den aktiven Mitgliedern in Eigenarbeit hergestellt. An jeder Jacke befinden sich zwischen  450 und 650 Münzen abwechselnd Gold- und Silberfarben.

Das Vorderteil der Hose  ist mit dem Bauern und dem Schimmel bedruckt. Die Maske des Gori wurde nach den Vorstellungen der Vorstandschaft vom Hüfinger Maskenschnitzer Otmar Mayer entworfen.

Sie stellt einen Bauern mi zwei Gesichtszügen dar. Auf der einen Seite das überlegene, verschmitzte Lächeln, auf der anderen Seite beißt er

auf eine Münze , mit  aller Strenge  ihre Echtheit überprüfend. Ein Filzhut und daraus hervorlodernde Haare vervollständigen die Kopfpartie

des Goris. 1994  wurden 28 Kinder in die Zunft aufgenommen. Sie tragen das selbe Häs wie die Erwachsenen, jedoch keine Maske. Im Jahre 2001 entschied sich die Vorstandschaft 10 Kindermasken für Kinder ab dem zehnten Lebensjahr herstellen zu lassen.

Von Anfang an stand fest, dass man auch einen eigenen Narrenmarsch haben muss. Dieser wurde von Gottfried Hummel aus Göschweiler komponiert, sowie von unserem Gründungsmitglied Paul Kaltenbrunn getextet.